Gesellschaft CJZ Thüringen | |
Muslimisch-christlich-jüdisch
Persönliche Geschichte und Gespräch
mit dem Iraner Herrn Pirusan Mahboob
03. Februar 2026
17:00 Uhr
Erfurt
Pirusan Mahboob ist schiitischer Muslim. Er wurde in Regensburg als Sohn iranischer Eltern geboren und wuchs in einem multireligiösen familiären Umfeld auf. Teile seiner Familie sind christlich geprägt, andere muslimisch. Auch heute lebt er selbst in einer multireligiösen Familie, in der Muslime und Christen zusammenkommen. Diese persönliche Prägung bildet eine wesentliche Grundlage seines langjährigen Engagements für den interreligiösen Dialog. Vom fünften bis zum neunzehnten Lebensjahr lebte er im Iran. Mit 19 Jahren kehrte er nach Deutschland zurück, wo er zunächst in Regensburg lebte und arbeitete und im Familienbetrieb in Bayern tätig war.
Im Jahr 2008 kam er als Unternehmer und Hauptsponsor des West-östlichen Divan-Festivals nach Weimar. In diesem Zusammenhang gründete er das Iranhaus Weimar und engagierte sich für kulturelle Begegnungen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Austausch zwischen der Stadt Shiraz – der Heimatstadt des persischen Dichters Hafis – und der Klassikstadt Weimar sowie zwischen der Stadt Hamadan, der Stadt von Ester und Mordechai, und Erfurt.
Seit vielen Jahren engagiert sich Pirusan Mahboob ehrenamtlich im interkulturellen und interreligiösen Dialog. Er ist Gründungsmitglied der schiitischen Gemeinde in Erfurt und war von 2013 bis 2024 Mitglied ihres Vorstandes. In dieser Funktion war er auch beratend in gesellschaftlichen und politischen Fragen tätig. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied des Runden Tisches der Religionen der Stadt Erfurt und war von 2022 bis 2024 dessen Sprecher.
Ein besonderer Schwerpunkt seines Engagements liegt im Dialog zwischen muslimischen und jüdischen Gemeinden in Thüringen. Für dieses Engagement wurde er unter anderem im Jahr 2016 mit dem Ehrenamtspreis der CDU-Fraktion des Thüringer Landtags ausgezeichnet – eine Anerkennung, die ihn als Sozialdemokraten besonders gefreut hat.
In diesem Zusammenhang engagiert er sich auch gemeinsam mit der Jüdischen Landesgemeinde unter anderem im Esther-Projekt sowie als Gründungsmitglied von Esther e. V. für iranisch-jüdische, schiitisch-jüdische und iranisch-israelische Dialogprojekte.